Textauszug:

Hindemit sucht seinen Flügel
Ein Märchen in Versen

Es war einmal klein Hindemit,
vom fernen Planeten Xebobit,
der kam vor einigen Jahren
im Ufo zur Erde gefahren.
Auf einem Hügel von blauen Blumen bedeckt,
hat er sein Ufo in einer Birke versteckt.

Hindemit war so groß wie eine Maus,
Antennen wuchsen aus seinem Kopf heraus.
Seine Hautfarbe war blau,
ging es ihm schlecht, wurde sie grau.
Er hatte eine rote Knubbelnase
und ein Schwänzchen wie ein Hase.
Außerdem trug er zwei glitzernde Flügel,
die hängte er abends auf einen Bügel.
Damit nichts zerknitterte in der Nacht,
gab er auf seine Flügel stets Acht.

Hindemit liebte nämlich das Fliegen,
noch mehr als in der Wiese zu liegen.
Manchmal flog er sehr verwegen
immer weiter dem Himmel entgegen.
Wenn er getragen wurde vom Wind,
freute er sich wie ein kleines Kind.
Oft wurde er begleitet von Pummel
seiner kleinen Haustierhummel.
Stunden um Stunden
drehten sie ihre Runden.
Abends dann, ganz im Glück,
flogen sie zum blauen Hügel zurück.

Doch eines Morgens – welch ein Schreck –
war Hindemits linker Flügel weg!
Da half kein Weinen und kein Fluchen,
er musste wohl den Flügel suchen.
Er schaute im Bett, in der Truhe, unter der Bank,
im Ofen, im Sessel und unter dem Schrank.
Er suchte unten und oben, vorne und hinten,
hier war einfach kein Flügel zu finden.
„Ich liebe das Fliegen so sehr,
doch nun gelingt es nicht mehr.
So muss ich wohl auf Wanderschaft geh’n,
um in der weiten Welt nachzuseh’n.
Ich verlasse den blauen Hügel
und suche meinen Flügel.“